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Bioactive ruthenium(II)-Schiff base complexes: a novel paradigm for concurrent antioxidant, antibacterial, and anticancer interventions
Die Dermatologie
vormals Der Hautarzt
Dermatologischer Schnappschuss
Dermatologie 2026 · 77:30
https://doi.org/10.1007/s00105-025-05556-3
Angenommen: 23. Juli 2025
Online publiziert: 5. August 2025
© The Author(s), under exclusive licence to
Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von
Springer Nature 2025
Condylomata lata – solitäre
Manifestation einer Syphilis
Ulrich Peter Wehry · Alexander Kreuter
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Helios St. Elisabeth Klinik Oberhausen, Universität
Witten/Herdecke, Oberhausen, Deutschland
Abb. 1 9 Scharf begrenzte, breit aufsitzende Papeln
anal (a), Histologie (b) und Immunhistochemie (c)
Ein 27-jähriger Mann stellte sich mit einer
3-wöchigenAnamnesejuckender, perianaler Läsionen in unserer Klinik vor. Systemische Infektzeichen wie Fieber oder Schüttelfrost wurden verneint. Bei der körperlichen Untersuchung zeigten sich multiple, scharf begrenzte, bis zu 1,5 cm große, erhabene, breit aufsitzende, rot-bräunliche, konfluierende Papeln. Die Hautläsionen waren stark exsudativ (. Abb. 1a).
Weitere kutane Manifestationen wurden
nicht festgestellt. Zwei Monate zuvor hatte der Patient ungeschützten analen Geschlechtsverkehr.
Differenzialdiagnostisch kamen Condylomata acuminata, Condylomata lata
im Rahmen einer Lues-Infektion, Mollusca contagiosa, eine bowenoide Papulose
oder eine Infektion mit dem Mpox-Virus in
Betracht. Zur weiterführenden Diagnostik
führten wir Hautbiopsien und serologische
Untersuchungen durch [1].
In der dermatohistopathologischen
Aufarbeitung zeigte sich in der papillären
und oberen retikulären Dermis ein diffu-
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Die Dermatologie 1 · 2026
ses, lymphohistiozytäres Entzündungsinfiltrat mit zahlreichen neutrophilen Granulozyten und Plasmazellen (. Abb. 1b).
Zusätzlich ergab eine direkte Immunhistochemie mit Anti-Treponema-pallidumAntikörpern ein stark positives Ergebnis
(. Abb. 1c). Der Titer des Rapid-PlasmaReagin-Tests (RPR) betrug 1:64, und weitere Tests zeigten das Vorhandensein von
Treponema-spezifischen IgM- und IgGAntikörpern. Das Screening auf weitere
STIs blieb unauffällig.
Es wurde die Diagnose Condylomata lata im Rahmen einer Syphilis-Infektion im
Stadium II gestellt. Die Syphilis-Fallzahlen
sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland
8305 Fälle gemeldet – die höchste jemals
registrierte Zahl. Besonders betroffen sind
städtische Ballungsräume sowie mit 85 %
der gemeldeten Fälle Männer, die Sex mit
Männern haben (MSM). In dieser Gruppe
stieg die Anzahl der Fälle gegenüber dem
Vorjahr um 18,4 % [2].
Eine frühzeitige Diagnosestellung ist
essenziell, da Condylomata lata aufgrund
der hohen Spirochätenlast weitaus ansteckender als die meisten anderen syphilitischen Hautmanifestationen sind [1]. Eine
Behandlung mit Benzathin-Penicillin G (1mal 2,4 Mio. IU i.m) unter Jarisch-Herxheimer-Prophylaxe (Prednisolon 1 mg/kgKG
30 min vor Antibiotikagabe) wurde eingeleitet, woraufhin alle Läsionen innerhalb
von 4 Wochen vollständig abheilten. Sechs
Monate später war der RPR-Titer auf 1:8
gesunken. Neben serologischen Verlaufskontrollen sind auch das Screening und die
Mitbehandlung von Sexualpartnern entscheidend.
Korrespondenzadresse
Dr. med. Ulrich Peter Wehry
Klinik für Dermatologie, Venerologie und
Allergologie, Helios St. Elisabeth Klinik
Oberhausen, Universität Witten/Herdecke
Oberhausen, Deutschland
Ulrich.Wehry@helios-gesundheit.de
Literatur
1. Schöfer H, Enders M, Esser S et al (2020) Diagnostik
und Therapie der Syphilis. Hautarzt 71:969–999.
https://doi.org/10.1007/s00105-020-04672-6
2. Robert Koch-Institut (2022) Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten
für. Berlin, Bd. 2024. https://doi.org/10.25646/
12213. ISBN 978-3-89606-329-8.
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